Es war eine wunderbare Sommernacht und als ich um 22:00 Uhr anfing mit meinen Beobachtungen, zeigte das Thermometer immer noch 25 Grad.

Das eVScope war wie immer schnell aufgebaut und zur Sicherheit habe ich ich es mithilfe der mitgelieferten Batinov-Maske sauber fokussiert. Meine erste Felderkennung führte ich im Bereich des Sterns Altair durch, denn dort in dieser ‚Gegend‘ befanden sich meine ersten Beobachtungsobjekte des Herrschel 400 Projektes.

Den Einstand und Auftakt machte NGC 6802, ein kleiner und nicht besonders heller Sternhaufen in knapp 6.000 Lichtjahren Entfernung..

Kleine Anmerkung: Steve O’Meara schreibt zu diesem Objekt „Unter einem dunklen Himmel ist es ein kleiner Lichtbausch, der bei jeglicher Lichtverschmutzung verschwindet.“ Das zeigt mir doch wieder eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit des eVScopes 🙂

Gar nicht weit davon entfernt befindet sich der offene Sternhaufen NGC 6830 in 5.300 Lichtjahren Entfernung.

Und einen noch kleineren Schwenk weiter stoße ich dann auf NGC 6823, der sich 10.000 Lichtjahre von uns entfernt befindet.

Diese drei ersten Objekte waren nicht in der Datenbank des eVScopes enthalten, deshalb habe ich einfach die RA- und Dec-Koordinaten eingegeben, was mich sofort zum Ziel führte.

Und weiter geht es im Herschel 400 Projekt zum nächsten offenen Sternhaufen: NGC 6834 in 6.700 Lichtjahren Entfernung.

Mein nächstes Ziel ist ein Doppelziel. Herschel beobachtete diesen Sternhaufen (NGC 6885) am 9. September 1784. In der nächsten Nacht beobachtete er diesen Sternhaufen erneut, hatte aber einen Ablesefehler bei den Koordinaten (15 Bogenminuten) und nahm ihn deshalb erneut in seinen Katalog auf. An den angegebenen Koordinaten für NGC 6882 findet sich eigentlich nur der Stern 19 Vulpecula. Deshalb hat man mit der Beobachtung von NGC 6885 gleich zwei Objekte des Kataloges beobachtet.

NGC 6885 ist ein recht offener Sternhaufen in 1.900 Lichtjahren Entfernung von uns. Mir hat hier besonders gut die fast kreisförmig erscheinende Anordnung von Sternen rechts oberhalb des hellen Sterns 20 Vulpecula gefallen.

Stark vergrößerter Ausschnitt der vorigen Aufnahme

Das nächste Objekt dieser Nacht war dann NGC 6940 in 2.500 Lichtjahren Entfernung. Dieser offene Sternhaufen ist so groß, dass er gerade ins Bildfeld des eVScopes passt.

Nach den vielen offenen Sternhaufen treffe ich als nächstes auf einen planetarischen Nebel – NGC 6905:

NGC 6905 – oder eindrucksvoller ‚Blue Flash Nebula‘ oder auch ‚Blauer Blitz‘ – im Sternbild Delfin in ca. 2.500 Lichtjahren Entfernung. Was man hier als blauen Kleckssieht, sind die Überreste eines vor langer Zeit explodierten Sterns.

NGC 6934 ist ein relativ kleiner Kugelsternhaufen in über 50.000 Lichtjahren Entfernung.

Ähnlich ist dann auch das letzte Ziel der heutigen Beobachtungsnacht – NGC 7006 ist ebenfalls ein Kugelsternhaufen, diesmal sogar 130.000 Lichtjahre entfernt.

Damit bin ich am Ende meiner ersten Beobachtungssitzung meines persönlichen Herschel 400 Projektes angekommen.

Als letztes richte ich das eVScope abschließend noch einmal auf den Crescent-Nebel oder Sichelnebel, der hoch über mir steht, ehe ich zufrieden alles abbaue und mich zur Ruhe begebe.

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