12. September 2020

Am vergangenen Donnerstag war es abends überraschenderweise klar und so baute ich kurzentschlossen mein eVScope auf. Das ist für mich persönlich auch einer der großen Vorteile dieses Geräte: es ist buchstäblich nach 5 Minuten ab dem gefassten Entschluss vollständig aufgebaut, hat sich selbst ausgerichtet und ist nun betriebsbereit für meine Beobachtungswünsche.

Ich hatte diesmal keinen Beobachtungsplan, keine vorbereitete Wunschliste und habe deshalb einfach spaßeshalber einige einfachere Objekte, die in meinen Zeitrahmen (ich wollte nicht zu spät ins Bett wegen Terminen am Freitag) passten, ausgewählt.

Zur automatischen Feldbestimmung hatte ich zufällig einen Himmelsbereich genommen, der ganz in der Nähe des Hantelnebels lag und habe mich deshalb auch als erstes dorthin ‚begeben‘.

So sieht das live-Vorschaubild (mit automatischer Belichtung) auf dem Display des Tablets aus, das mit etwa zwei Bildern pro Sekunde angezeigt wird. Selbst hier ist der Hantelnebel M27 bereits einwandfrei erkennbar.

Geht man nun in den Enhanced Vision Mode, so summiert das eVScope fortlaufend einzelne Bilder auf. Nach rund 10 Sekunden erscheint das erste Bild im Enhanced Vision Mode. Deutlich erkennt man hier bereits die automatischee Arbeit des eVScope, zum Beispiel den Himmelshintergrund zu optimieren.

Nun kann man das eVScope nach Lust und Laune weiter werkeln lassen. Nach 2 Minuten hat des Bild bereits etwa die folgende Qualität:

Die Frage, ob das eVScope 100mal so leistungsfähig ist wie ein herkömmliches Teleskop ist, ist kaum zu beantworten, denn was sollte man hier wirklich vergleichen?

Tatsache für mich ist aber, dass ich M27 in meinem 235mm-Schmidt Cassegrain hier in der Stadt nur als grauen Wattebausch erkenne. Und diese Farben habe ich dagegen bis heute selbst in einem 50cm-Dobson nicht einmal ahnen können.

Die Tour an diesem Abend führte mich anschließend weiter über M51 im Norden

Einen kurzen Stopp legte ich bei M13 ein, obwohl im Westen eine ziemliche Dunstschicht lag, die schon unter normal Umständen das Beobachten vermiest hätte. Dennoch ist es erfreulich, was das eVScope hier noch ‚herausholen‘ konnte, obwohl der Kontrollblick durch den Feldstecher nur ein schwaches Leuchten an der Position von M13 offenbarte:

Nach einem kurzen Zwischenhalt bei der Station M57, dem Ringnebel…

…ging es weiter zu Messier 102. Während der Aufnahme hatte diese Galaxis auch Besuch von einem Satelliten (die schwache Strichspur) – das könnte uns mit StarLink noch häufiger passieren …

…und von hier abschließend nach einem kleinen Schwenk nach oben zu der oft übersehenen Galaxis NGC5709. Diese ist rund 50 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und bildete einen würdigen Abschluss dieses Beobachtungsabends:

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Unistellar Teleskop N 114/450 eVscope

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