Es liegen wieder mehrere schöne Beobachtungsnächte hinter mir, in denen ich einfach beobachtet habe oder weiter für mein Herschel 400 Projekt Beobachtungen gesammelt habe.

Gestern musste ich noch ein paar Aufnahmen für einen meiner nächsten Artikel erstellen, die aber bereits gegen 23:00 Uhr fertig waren. Zuerst hatte ich tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, ins Bett zu gehen. Dann aber entschloss ich mich doch, mein eVScope herauszuholen und damit noch etwas die Nacht und den schönen Himmel zu genießen.

In diesem Bereich habe ich mich gestern bewegt. Ich begann meinen nächtlichen Spaziergang bei M110, der Begleitgalaxis von M31. M110 wurde von Charles Messier im Jahre 1773 entdeckt und später auch beschrieben, aber er hat sie tatsächlich nie in seinen Katalog aufgenommen. Dies erfolgte erst im Jahre 1967 (!) durch den Astronomen Kenneth Glyn Jones

M110, die Begleitgalaxis von M31 (Andromeda)

Die Hauptgalaxis M31 habe ich dann auch betrachtet, sie ist allerdings im Gegensatz zu fast allen anderen Objekten deutlich zu groß für mein eVScope. Hier wäre es ein interessantes Projekt, einmal ein Panorama aus vier oder mehr Einzelaufnahmen zu erstellen.

Nun aber lockte mich NGC 457 oder das Owl Cluster (betrachtet man das Bild fast auf dem Kopf stehend, so kann man sich mit etwas Phantasie darin eine Eule mit zwei leuchtenden Augen und ausgebreiteten Flügeln vorstellen).

NGC 457, das ‚Owl Cluster‘

Dieser Sternenhaufen liegt im Perseus-Arm unserer Milchstraße und ist etwa 9.000 Lichtjahre von uns entfernt.

NGC 281 – der ‚PacMan-Nebel‘ – gerade zu ahnen

Auch den PacMan-Nebel habe ich nicht ausgelassen, obwohl man dafür am besten mit einer Kamera und Schmalbandfilter für H-Alpha arbeitet. Aber als ich mir in Sky Safari das eigentliche Aussehen anschaute, konnte ich ihn im Okular zumindest erahnen.

Chi und h Persei waren natürlich ein Pflichtprogramm. Diese wunderbaren offenen Sternhaufen sind unter dunklem Himmel schon mit bloßem Auge zu erahnen, hier in Bonn half mir dann das eVScope ein wenig 😉

h Persei oder NGC 869

Nachdem ich mich an diesen beiden Sternhaufen sattgesehen hatte, machte ich einen kleinen Abstecher zum Iris-Nebel. Den Iris-Nebel hatte ich vor einigen Jahren im Perigord in Frankreich gut beobachten können. Aber selbst unter dem hellen Bonner Himmel schaffte mein eVScope es, ihn aus dem hellen Hintergrund herauszukitzeln.

Der Iris-Nebel (NGC 7023)

NGC 7023 ist eigentlich der komplette Sternhaufen, der den Iris-Nebel enthält. Der Nebel wird von dem gut erkennbaren zentralen Stern mit der kryptischen Bezeichnung SAO 19158 beleuchtet. Er ist 1.300 Lichtjahre von uns entfernt. Das Licht, das ich in diesem Bild aufgefangen habe, ist also im Jahr 720 auf dir Reise gegangen, als etwa die Kathedrale von Glastonbury gebaut wurde.

Der Blasen-Nebel (bubble nebula, NGC 7635)

Der Blasennebel ist rund 7.100 Lichtjahre von uns entfernt. Unter sehr gutem Himmel erkennt man eine vollständige Blase, von der hier nur der hellste Teil erkennbar ist. Der Stern in der Mitte stößt enorme Mengen an Gas aus, das sich mit rund 28 Kilometern pro Sekunde von diesem Stern entfernt. In dem gesamten Gebiet gibt es jedoch eine riesige Molekülwolke, auf die das ausgestoßene Gas trifft, so dass sich eine regelrechte Schockfront ausbildet, die den sichtbaren Teil dieser Blase darstellt.

Die Blase selbst hat einen Durchmesser von 6 Lichtjahren.

Ganz in der „Nähe“ des Blasennebels findet sich der offene Sternhaufen M52, der für mich diesmal den Abschluss meiner Beobachtungsnacht bildete.

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